Skip to main content
03. September 2021 | Gesundheit

Ärztemangel: Aufstockung und Aufwertung niedergelassener Allgemeinmediziner dringend nötig

FPÖ-Gesundheitssprecher Kaniak: "Immer weniger Kassenärzte, immer mehr Wahlärzte - die ÖGK sollte im Sinne der Patienten dringend aktiv werden."

In einem Bericht des Rechnungshofes wird eindeutig dargestellt, dass mit Stand Ende 2019 4,6 Prozent der Planstellen für Kassenärzte unbesetzt waren. Während es einerseits an den Kassenärzten mangelt, erhöht sich aber der Anteil an Wahlärzten. „Diese Verschiebung sollte die Österreichische Gesundheitskasse ÖGK alarmieren, denn dieser Trend gibt Zeugnis davon, dass ein Kassenvertrag wohl nicht so attraktiv sein kann“, so der freiheitliche Gesundheitssprecher und Vorsitzende des parlamentarischen Gesundheitsausschusses, Gerhard Kaniak.

Mehr Planstellen nutzen nichts ohne Rahmenbedingungen

„Leider setzt sich der hier beschriebene Ärztemangel weiter fort und macht sich auch in der Corona-Krise bemerkbar. Da nützt es dann nichts, wenn die Ärztekammer 1.300 neue Planstellen einfordert, aber nicht versucht, diese Forderung politisch durch- und umzusetzen. Selbst eine Unterstützung der bestehenden ‚Niedergelassenen‘ wird schmerzlich vermisst, denn diese wurden weder von Türkis-Grün, noch von der Kammer wirklich in die Bekämpfung der Pandemie eingebunden“, betonte der FPÖ-Gesundheitssprecher.

Berufsbild "Arzt" muss attraktiviert werden

Die FPÖ fordere seit eh und je eine Attraktivierung des Berufsbildes „Arzt“. Zuletzt brachte sie im Juli 2020 entsprechende Anträge und Forderungen ein, die, wie üblich , von ÖVP und Grünen unter den Tisch gefegt worden seien. Das beginne beim leichteren Zugang zum Studium, einer Einführung des Facharztes für Allgemeinmedizin, einen liberaleren Zugang zu Kassenverträgen, Lehrpraxen und ausreichende Ausbildungsplätze. „Angedacht wird ein Stipendium für den Lebensunterhalt während des Studiums, das nicht zurückgezahlt werden muss, wenn der Absolvent danach in Österreich zumindest für zehn Jahre versorgungswirksam tätig ist. Bei einer Abwanderung ins Ausland muss das Stipendium jedoch zurückgezahlt werden. In Deutschland ist dieses Modell bereits gelebte Praxis“, erklärte Kaniak.

Sieben Euro Kassen-Honorar pro Patient

Auch der Honorarkatalog müsste dringend überarbeitet werden. So erhält ein praktischer Kassen-Arzt pro Patient und Behandlung gerade einmal sieben Euro, das gilt auch für Kinderärzte, obwohl diese ein Facharztstudium absolvieren. Bei Kassen-Kinderärzten gibt es deswegen bereits große Lücken: In Wien-Penzing etwa, einem Bezirk mit mehr als 93.300 Einwohnern, findet sich nur noch ein einziger Kassen-Kinderarzt.


© 2022 Freiheitliche Partei Österreichs. Alle Rechte vorbehalten.