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07. Mai 2021

FPÖ – Hofer/Ecker: Pflegeberuf muss dringend aufgewertet werden!

Wien (OTS) - Die Coronakrise hat vor allem Menschen in Gesundheitsberufen viel abverlangt. Im Pflegebereich wurde die Lage durch die kurzfristige Sperre von Grenzen zusätzlich verschärft, weil Pflegekräfte aus den östlichen Nachbarländern plötzlich nicht mehr oder nur sehr schwer nach Österreich reisen konnten. In den nächsten Jahren wird der Bedarf an Pflegekräften stark ansteigen. Je nach Studien fehlen bis 2030 zwischen 30.000 und 70.000 zusätzliche Pflegekräfte. „Obwohl die Bundesregierung zu Beginn das Thema Pflege zur wichtigsten Priorität erhoben hat, gibt es bis heute kein fertiges Konzept, um das Pflegesystem für die kommenden Jahre auszuarbeiten“, kritisieren FPÖ-Bundesparteiobmann NAbg. Norbert Hofer und FPÖ-Seniorensprecherin NAbg. Rosa Ecker. Sie fordern daher eine Offensive, um mehr junge Menschen für den Pflegeberuf zu begeistern. Gleichzeitig müsse auch Menschen, die bereits mit beiden Beinen im Berufsleben stehen, eine Möglichkeit geboten werden, in den Pflegeberuf wechseln zu können. „Dafür muss gewährleistet sein, dass sie auch während der Ausbildung ein faires Gehalt bekommen, sonst ist ein Wechsel schon alleine aus wirtschaftlichen Gründen nicht möglich“, erklärt Hofer und schlägt ein Modell analog zur Exekutive vor. Exekutivbeamte in Ausbildung bekommen im ersten Jahr knapp 1.800 Euro, im zweiten Ausbildungsjahr rund 2.200 Euro. Das solle auch im Bereich der Pflegeausbildung Anwendung finden. Ein höheres Gehalt sei aber auch später - in der Berufspraxis - ein Gebot der Stunde. Jeder Politiker sollte sich einmal selbst ein Bild vom Alltag einer Pflegekraft machen um dafür Verständnis zu bekommen.

Wie dringend notwendig es ist, den Bedarf an Pflegekräften rasch zu decken, zeige ein Blick nach Norditalien. Dort wurde eine Studie unter Pflegekräften durchgeführt, die besorgniserregende Ergebnisse lieferte. In einem von Professorin Ruth Simsa und Professor Thomas Schweinschwaller in der Tageszeitung „Der Standard“ veröffentlichten Kommentar heißt es: „Die bereits bestehende Personalnot verstärkt diese Gefahr. Wir haben schon jetzt zu wenig Personal im Pflege- und Gesundheitsbereich. Eine Berufslaufbahn ist hier aus vielen Gründen zu wenig attraktiv. Neben der Bezahlung geht es dabei um die Arbeitsbedingungen. Spardruck, entfremdende Arbeitsbedingungen, hohe Bürokratie und Dokumentationsaufwand helfen nicht. Es ist zu befürchten, dass es nach der Pandemie zu zusätzlichen Verlusten von Personal kommen wird. In Norditalien kam es nach der akuten Krise zu Kündigungen.“

Norbert Hofer und Rosa Ecker sehen diese Gefahr auch für Österreich. Daher müsse es zu einer personellen Aufstockung und einer gerechteren Bezahlung kommen. „Der Applaus um 18:00 Uhr am Beginn der Corona-Krise war eine nette Geste. Mehr Geld und bessere Arbeitsbedingungen wurden damit aber leider nicht geschaffen“, bedauern die beiden FPÖ-Politiker, die sich auch für einen einheitlichen Betreuungsschlüssel aussprechen. Derzeit gebe es in jedem Bundesland unterschiedliche Regelungen. Während manche Bundesländer konkreten Zahlen vorschreiben, ist in anderen wiederum lediglich von „genügend“ oder „ausreichendem“ Personal die Rede. Hier sei es höchst an der Zeit, eine österreichweit geltende Regelung zu finden, um die Qualität der Pflege im ganzen Land sicherstellen zu können.


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