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20. August 2020 | Gesundheit, Konsumentenschutz, Parlament

Stigmatisierung und Ungleichbehandlung von Covid-Verdachtsfällen muss aufhören

FPÖ-Konsumentenschutzsprecher Wurm zeigt bedenklichen Fall aus Tirol auf, wo ein Achtjähriger und dessen Eltern besonders ruppig schikaniert und mit der Polizei bedroht wurden.

„Leider wenden sich immer häufiger Menschen an uns, die sich im Zuge der Covid-Maßnahmen unangemessen seitens der Behörden behandelt fühlen. Langsam zeichnet sich für mich dabei ein Bild ab, das nicht zusammenpasst. Mit Covid-Verdachtsfällen wird offensichtlich nicht nur in den Bundesländern unterschiedlich verfahren, Angehörige werden teilweise bloßgestellt und wie Menschen zweiter Klasse behandelt“, so heute, Donnerstag, der Tiroler FPÖ-Nationalratsabgeordnete Peter Wurm, der sich auf einen Fall eines achtjährigen Buben aus Tirol beruft.

"Das ist nicht mein Problem"

„In Tirol musste sich der Sohn einer berufstätigen Familie zwangsweise und trotz eines negativem Covid-19-Testergebnisses volle sieben Tage in Quarantäne begeben. Diesen Umstand akzeptierten die Eltern, jedoch fragten diese aufgrund ihrer Berufstätigkeit bei der zuständigen Behörde an, ob es infolge des negativen Ergebnisses in Ordnung sei, dass die Eltern den Buben in Obsorge zur Tante bringen dürften. Daraufhin wurde seitens des Mitarbeiters der Bezirkshauptmannschaft Innsbruck mitgeteilt, dass dies nicht sein Problem sei und der Bub keinesfalls das Haus bis kommenden Sonntag verlassen dürfe, die Aufsichtsplicht aber an den Eltern läge. Des Weiteren werde die zuständige Polizei vor Ort täglich kontrollieren, ob das Kinnd sich in der geschlossenen Wohnung zu Hause aufhält. Außerdem wurde mitgeteilt, dass ein Änderungsbescheid der Wohnadresse ausgestellt werden könnte, jedoch mit der Auflage, dass das Kind zum sofortigen Zeitpunkt dorthin gebracht werden müsse und erst am Ende der Quarantäne wieder nach Hause dürfe", erklärt Wurm.

Kind sieben Tage daheim eingesperrt

Während der sieben-tägigen Quarantäne musste sich der Bub erneut einer Covid-Testung unterziehen, doch trotz des abermalig negativen Testergebnisses die restlichen Tage der Quarantänezeit ausharren.

Landeshauptmann Platter schweigt

„Abgesehen davon, dass die Aussagen der BH Innsbruck gegenüber der Familie nicht nur taktlos sind, erscheinen mir diese in ihrer Richtigkeit äußerst fraglich. So stellt sich mir auch die Frage, warum Personen, die aus dem Ausland nach Österreich einreisen und sich einem Test unterziehen müssen, sich diese mit einem negativen Testergebnis nicht in Quarantäne zu begeben haben, der achtJährige Sohn aber schon. Dies scheint mir weder sinnvoll, noch fair gegenüber den Betroffenen. Landeshauptmann Günther Platter weiß um diesen Vorfall, hat sich aber bis dato nicht bemüßigt gefühlt, sich dazu zu äußern. Ich will jedenfalls Antworten vom zuständigen Gesundheitsminister Anschober - eine parlamentarische Anfrage ist bereits auf dem Weg“, kündigte Wurm an.


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